integralarchitecture


 

Essay: Vom Nachhaltigkeitsgedanken einer technischen „sustainability" zur Notwendigkeit gesellschaftlichen Umdenkens

 

„tropical architecture"

 

Mein tropischer Garten hat sich über die Monsoonregen in einen wahren Dschungel zurück verwandelt. Unbeständigkeit „Impermanence“ ist der Name des „TropenBlues".
Die Dankbarkeit für den Schutz, mit dem mich mein Haus, meine Bleibe, vor den endlosen Regen in den ekstatischen Monsoonorgien  einer „Symphonie in Grün" birgt, hat mir den Begriff der „Beibe im Wandel" einfallen lassen.

 

Das passt genau so gut zum tropischen" impermanence blues" wie auch zu meiner integralen Philosophie – Gelassenheit in unbeteiligter Betrachtung des Bleibenden im Wandel.

 

Mein ganzes Architekturwirken ist der Integration der Gegebenheiten auf allen Ebenen gewidmet und dem Aufspüren der Bereiche, wo es kneift. Damit dem kreativen Akt, vordringliche Probleme in eine bereichernde Chance in der Symbiose Natur, Mensch und Raum zu verwandeln. Also ist der Begriff „entrepreneurial architecture" sehr passend, für die Weise wie ich arbeite, für meine innovative Entwurfsmethode, Bekanntes in ungewohnter Weise zu verbinden.

 

Ein Branding „maßgeschneiderte Architektur" ist mir eingefallen, weil einige Damen der high society von dem Luxus sprechen, sich ihre Kleidung von mir entwerfen zu lassen, maßgeschneidert auf ihre Persönlichkeit.
Und genau das mache ich in der Architektur auch: Ich passe „gebaute Haut" maßgenau auf Klima, Kontext und Gebäudeinhalt an (Sprachschule oder Residenz, Hotel oder Produktionsstätte). Die sichtbare Form ist immer anders als Entsprechung dessen, welcher Funktion man Raum geben will, das was unsichtbar ganz andere Verbindungen schafft und einen neuen Ausdruck ermöglicht, spielt beim maßgeschneiderten Kostüm und der Architektur auf den gleichen Notenlinien von Impression und Expression...

 

Das Logo des Pfau auf dem Dach könnte, da positive besetzt, zur bleibenden Erinnerung werden: „Wer hat schon den Luxus, Pfauen auf dem Dach zu haben? . Welcher Pfau würde sich schon in seiner ganzen Schönheit auf einer verwüsteten Umwelt niederlassen?"

 

Meine Architektur ist ein gelungenes Beispiel des Leitbilds eines creative Entrepreneurship: Über „turn a problem into an opportunity" die erbarmungslos brennende Sonne zur notwendige Dienerin meines passiv cooling system zu verwandeln. Und auch den Wind selbst als leichte Brise in einem baulichen Windcatcher einzufangen und so natürlich verstärkt und gezielt gelenkt, passiv in die Innenräume fließen zu lassen.

„Go for a cause" in der Erfindung neuer Werte:


Nicht technische Air Condition Maschinen, sondern belebende Kühle, ein „naturally cool" zum wohnen, arbeiten, zum regenerierenden schlafen, zum bewusst machen, als „creative space". Damit meine ich die Schaffung und Ausrichtung von Resonanzfeldern, um verschiedene „Raumqualität" anzubieten, die den Bewohner in einen kreativen Prozess hineinnimmt, nicht zwanghaft aufoktroyiert sondern mittels eigener Präsenz und gelebter Achtsamkeit. Da siedele ich den ARC  zu den lichtdurchfluteten Räumen an, dessen Wandel im Sonnenlauf, scheinbar „zeitlos" an immer anderer Stelle spielt und sich der Wahrnehmung anbietet. Natürliches Licht als Wahrnehmungsschulung wie in dem japanisches Buch „Lob des Schattens" ausgezeichnet beschrieben.

 

Mein Augenmerk auf Wertschöpfung drückt sich in allen Entwürfen aus: im „Auf-Finden“ des Wesentlichen, klarer Einfachheit und der schlichten Wirkung von Schönheit, die den ungeminderten Ausdruck unterschiedlicher Qualitäten oder Eigenheiten erlaubt. Ich möchte mit meinen Beispielen anregen und ermutigen, Wissen vermitteln und weitergeben. (z.B. Sommerakademie Ausbildungen, mit Zertifizierungen für teilnehmende Architekten, als Zusatzausbildung, oder in der Lehre...)

 

Meinen Prototyp des zero-energy-gekühlten Hauses bearbeite ich in verschiedenen Versionen, um es anderem Klima funktionstüchtig anzupassen und auch dort zum Klimawandel beizutragen. Klimahandel und Zertifikate sind bereits greifbare Gesellschaftsthemen. Jedoch scheint mir das zu wenig.

 

Der sustainability Begriff braucht eine umfassendere Definition, die das Umweltbewusstsein ganzheitlich neu definiert und die „Grüne Architektur" als Übergang zu einer gesellschaftlichen Revolution werden lässt, die sich in einer neuen Ikonographie der Baukunst ausdrückt.

 

Geht gesellschaftliches Bewusstsein weit über Energieeinsparung, Ressourcenschonung und Zertifizierungshandel einer „Architektur im Klimawandel" hinaus, wird Nachhaltigkeit selbstverständlich in ein neues Lebens- und Naturverständnis integriert, umfassend von Konzeptbeginn über die Erforschung des klimatischen und sozialen Kontexts, Landnutzung und der Pflege der Vergänglichkeit nach der Realisierung bis zu einer neuen Sprach- sowie sozial-, psychologischen und ethischen Wertschöpfungen entsehen neue Werte und Verbindungen. Und überall tauchen schon fantastische Beispiele neuen Bauens auf.